Von der Landkarte verschwunden – die Auswirkungen der Landflucht

Von am 15. April 2014 in Allgemein

Großstädte platzen aus allen Nähten, wissen nicht mehr wohin mit all den Menschen, und die kleinen Gemeinden am Land klagen über leerstehende Häuser, verfallende Geschäfte und abwandernde Arbeitgeber.

Das Phänomen Landflucht beschäftigt die Politik schon seit Jahrzehnten und dennoch wurde meines Erachtens noch keine sinnvolle Lösung gefunden.

Ich merke es selbst in meinem Freundeskreis: Junge Leute wollen weg von ihren Geburtsorten – hinaus in die große weite Welt, am besten in die Mega-Cities Europas. Die erste zieht nach Wien zum studieren (ok, das ist jetzt noch nicht die große, weite Welt (: ), die nächste will nach London, und die andere geht für mindestens ein Jahr nach Bangkok.

Doch warum? Wir haben es mit unserem Leben in Österreich wirklich gut getroffen, finde ich, und auch das Leben am Land ist nicht wirklich schlechter, als das Leben in den überteuerten Mini-Wohnungen der Ballungszentren.

Bevölkerungsentwicklung

 

Doch viele kleine „Ärgernisse“ summieren sich zu einem großen Problem mit folgenschweren Auswirkungen: die mangelnde Infrastruktur, die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten, die wenigen Arbeitsplätze und und und und.

Natürlich – geben wir es zu –  ist es doch wirklich „cool“ wenn man sagen kann „ich hab ein Jahr im Ausland gearbeitet/studiert, oder einfach nur gefaulenzt“ oder „ich wandere aus – ich halte euch über Facebook auf dem Laufenden“.

Frauen zuerst

Laut eines Zeitungsartikels, den ich vor kurzem gelesen habe, sind es die Frauen, die als erstes gehen, und ich muss auch zugeben, es sind wirklich nur meine weiblichen Freunde, die diesen Schritt wagen. Doch genau das bringt den Teufelskreis in Schwung: die Frauen sind die vorantreibende Kraft, die eine Dorfgemeinschaft zusammen halten: sobald der Nachwuchs da ist, setzen sie sich für bessere Möglichkeiten (Betreuung, Ausbildungsmöglichkeiten, Busverbindungen, etc.) für ihre Kinder ein.

Facts & Figures – erschreckend!

Mich haben vor allem die Zahlen erschreckt: Jede VIERTE Gemeinde in Österreich hat keinen Nahversorger mehr! 1.750 Postfilialen wurden seit 1950 zugesperrt! Ebenso wurden Landfluchtseit 1950 insgesamt ca. 2.600 Gemeinden zusammengelegt, aufgelöst oder abgesiedelt! Der Bus- und Zugverkehr wurde in zu einigen Orten drastisch minimiert oder vollkommen aufgegeben.

Nach diesen Fakten wundert es mich ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass  viele aus ihren Heimatgemeinden flüchten und ihr Leben in der  Stadt mit all den Möglichkeiten, der Infrastruktur, dem Luxus, …, in vollen Zügen genießen.

Nun ist es an uns ebenso wie an den Politikern schnellst möglichst sinnvolle Lösungen zu finden – sonst haben wir beziehungsweise die nächste Generation ein massives Platzproblem in den Städten und gähnende Leere auf dem Land.

Liebe Grüße Anna

Anna Mayer

Ich liebe es über meine bisherigen Reiseerfahrungen zu berichten und euch interessante Reiseziele (vor allem) in Asien vorzustellen. Außerdem schreibe ich sehr gerne über allgemeine Themen, über die ich zuvor ausgiebig im Internet recherchiere. Lasst mir doch einmal einen Kommentar da und ich würde mich auch über Anregungen zu neuen Themen sehr freuen!

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