Auf der schönen blauen Donau

Von am 18. April 2014 in Events, Reisen

 

Anfangs April war ich bei unserer ersten Flusskreuzfahrt ever mit an Bord der A-Rosa Donna um quasi vor „Ort“ nach dem Rechten zu sehen und für Gäste, Reiseleiter, Crew und Künstler als Ansprechpartner da zu sein.

Mein erster Gedanke damals: “Juhuuu!!“

Der zweite: „Aber was mache ich denn da bloß den lieben langen Tag?!

Ich hatte nämlich die böse Befürchtung, dass ich mich untertags eher fadisieren würde. Gäste und Reiseleiter würden in aller Frühe auf die diversen Ausflüge aufbrechen und die Künstler sind dann vielleicht noch nicht an Bord. Oh, wie ich mich irren sollte!
Aber ich freute mich auf das Abenteuer Flusskreuzfahrt. Und am Montag, 07. April war es dann auch endlich soweit. Ich betrat für mich bis dahin fremdes Reiseterritorium.

                            

Meine Jungfernfahrt. Auf der A-ROSA Donna. Auf der schönen blauen Donau.


Leinen los und Schiff ahoi! Raus aus dem Arbeitsalltag und herzlich Willkommen an Bord der A-ROSA Donna! Die Reiseroute für die nächsten Tage führte uns von Passau über die liebliche Wachau bis ins prachtvolle Wien und wieder zurück mit geplanten Zwischenstopps in Melk und Dürnstein. Diese exklusive Reise vereinte Flussromantik mit großer Kultur entlang der Donau und musikalische Highlights im kleinen, privaten Rahmen. In Begleitung von unserem Reiseleiter bin ich mit dem Auto nach Passau gefahren. Empfangen wurden wir von der Schiffscrew (ich habe sogar eine rote, langstielige Rose bekommen – das Markenzeichen der A-Rosa Flotte), wir haben den Reisepass gegen Kabinenkarten getauscht und wurden in das Geheimnis des Händedesinfizierens an Bord eingeweiht. Da wir noch ein paar Minuten Zeit hatten, bezogen wir unsere Kabinen und haben uns auf der schwimmenden Unterkunft erstmal häuslich eingerichtet. Ich hatte Glück und mir wurde eine der Kabinen mit französischem Balkon zugeteilt, von wo aus ich eine tolle Aussicht genießen konnte. Stilvolles Reisen.

Kurz vor der offiziellen Einschiffung wurden wir dann reihum mit den wichtigen Gesichtern bekannt gemacht. Vom Hoteldirektor zur Rezeptionschefin, zum Kapitän, zum Maître, zur Küchenchefin…

Die Gäste trudelten nach und nach ein und der Service der Crew war wunderbar organisiert. Keine Hektik, kein Stress. Um 18.00 Uhr trafen sich alle für die Sicherheitseinweisung in der Lounge (am Bug des Schiffes). Dieser Teil der Begrüßung ist am Schiff obligatorisch. Danach hieß es dann endlich „Leinen Los“. Mit einer anderen Reiseleiterkollegin habe ich mich auf das hintere Sonnendeck verzogen um das Ablegen live mitzuerleben. Etwas aufgeregt war ich dann ja doch. Immerhin ist es wieder mal ein Erstes Mal.
Langsam lösen wir uns also vom Anleger, vollbringen ein Manöver und lassen die Dreiflüssestadt Passau hinter uns.

                  

Urlaub für die Sinne

Die A-ROSA Donna ist nicht umsonst eines der beliebtesten Schiffe auf der Donau, denn sie erfüllt viele Wünsche. Egal ob man Entspannung und Erholung sucht oder aber Fitness und Wohlbefinden. Im SPA-ROSA kann man sich mit erstklassigen Beauty- und Kosmetikbehandlungen verwöhnen lassen, heiß her geht’s in der Panorama- oder Biosauna im großzügigen SPA-Bereich und für Fitnessfreaks gibt’s auch einen eigenen Fitnessraum, wo man sich an diversen Geräten richtig auspowern kann. Den Außenpool auf dem Sonnendeck habe ich angetestet, war allerdings viel zu kühl für meinen Geschmack (und meine Zehen!). Außerdem findet man dort ein Shuffleboard und ein Putting Green. Um potentieller Langeweile vorzubeugen, hatte ich Bücher und Sportsachen im Koffer, nur zur Sicherheit. Ich habe weder einen Satz gelesen noch die Turnschuhe einmal angezogen.

Wer hätte denn auch ahnen können, dass ich von morgens bis abends auf Trab gehalten werden würde. Na ich sicherlich nicht.

Die Verpflegung an Bord war herrlich und wir durften egal zu welcher Essenszeit fast rund um die Uhr schlemmen. Es gab jeden Tag herrliche Frühstück-, Mittag- und Abendessenbuffets. Am Nachmittag gab es außerdem noch Kaffeezeit mit Kuchen.

Für die passende Abendunterhaltung an Bord sorgte an einigen Abend ein Entertainer und an zwei Tagen wir. Denn das war das besondere Highlight der Reise. Den Anfang machte am Dienstag die sympathische Schweizerin Francine Jordi und am Mittwoch folgten Ihre Schweizer Kollegen Oesch’s die Dritten. Dass die Konzerte in einem kleinen, fast schon privaten Rahmen stattfanden, machte diese Reise zu einem einzigartigen Erlebnis.

                 

Leben an Bord

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er meistens nicht nur viel zu erzählen sondern – und das ist das Schöne am Reisen – lernt auch immer etwas Neues.

In meinem Fall über das Leben an Bord. Die Saisonen sind lang. Sieben Tage die Woche steht die Crew für die Gäste zur Verfügung. Lange Tage, kurze Nächte. Quasi 24/7. Dafür gibt’s dann aber auch mal vier Wochen Urlaub am Stück. Auch Beziehungen werden dadurch auf eine harte Probe gestellt, denn oft kann man seine Liebsten wochenlang nicht in die Arme nehmen. Später dafür in konzentrierter Intensität.
Wie auch in anderen Branchen ist besonders am Schiff ein gutes Betriebsklima von enormer Wichtigkeit. Die Atmosphäre zwischen Chefetage und den Mitarbeitern ist ausschlaggebend und kann sich in weiterer Folge auch auf den Gast auswirken. Und das gilt es tunlichst zu vermeiden.

Nicht jeder ist für das Leben auf kleinstem Raum geschaffen. Freiraum gibt es nicht wirklich viel während man unterwegs ist. Man teilt sich Kabine, Crew-Messe und Arbeitszeiten.
Wer krank wird, kommt in Quarantäne und muss für die Genesungszeit von Bord gehen. Die Ansteckungsgefahr ist einfach zu groß. Deshalb findet man auch an fast jeder Ecke einen Desinfektionsspender.
Doch natürlich hat so ein Schiffsleben auch seine Sonnenseiten. Man bekommt auf diese Weise viel von der Welt zu sehen, je nachdem wo man anheuert. Und wenn das Schiff irgendwo anlegt und liegen bleibt, können die Angestellten auch mal in Freizeitmodus umschalten, von Bord und zum Beispiel ins Kino gehen. Außerdem kann man viel sparen, da man ja fast keine Möglichkeiten zum Geld ausgeben hat.

Doch wie gesagt, so ein Leben ist nichts für jeden.

     

Fazit

Ich muss gestehen, es war eine wunderbare und überraschend unterhaltsame Erfahrung, vor allem weil die Crew der A-ROSA Donna mich in meinen Aufgaben an Bord ohne Wenn und Aber unterstützt hat. Ich habe die Zeit mit Künstlern, Gästen und Reiseleitern sehr genossen. Persönlich werde ich zwar auch die nächsten Jahre dem Backpacking (Reisen mit dem Rucksack) treu bleiben, doch auch meine Flusskreuzfahrtzeit kommt irgendwann bestimmt.

Eure, mit-positiven-Eindrücken-von-Bord-gehende Lisa